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  • Alice Ludwig Gemuesig

Viszeralfett und was du dagegen tun kannst- Beispiel: Diabetes Typ 2 #Bauchfett#Pflanzenkost




Grundsätzlich kann man Körperfett nicht als schlecht bezeichnen, denn es übernimmt im Stoffwechselgeschehen wichtige Aufgaben, wie zum Beispiel die Produktion von Hormonen und den Aufbau von Zellwänden durch die Fettsäuren.

Es liefert uns als Makronährstoff neben den Kohlenhydraten Energie, schützt die Organe gegen Kälte, Druck, sowie Verletzungen und übernimmt noch andere wichtige Aufgaben.


Nur ist Körperfett nicht gleich Körperfett.


In Gesprächen fällt mir häufig auf, wie wenig darüber eigentlich bekannt ist, deshalb möchte ich in diesem Artikel auf ein ziemlich ungesundes Fettgewebe eingehen.

Es handelt sich um das viszerale Bauchfett. Das klingt schon unangenehm und leider ist es das auf die Gesundheit bezogen auch.

Es gibt zwei Arten von Fettgewebe: Subkutanes und das viszerale Fett.

Das subkutane Fett ist äußerlich beispielsweise an Hüfte und Po sichtbar und ist zudem auch das Unterhautfettgewebe, dessen Funktionen ich bereits eingangs beschrieben habe.

Seine Funktion ist also in erster Linie Energie für "schlechte Zeiten" ( z.B. Krankheit; auch bei Nahrungsmittelknappheit, nur darum brauchen wir uns in der westlichen Welt momentan nicht zu sorgen ) zu speichern und unseren Körper warm zu halten.

Hierbei zeichnet sich die Figur durch die klassische weibliche "Birnenform" aus.

Diese Art Fett ist im normalen Umfang nicht gefährlich für unsere Gesundheit.


Nun zum viszeralen Fett: Bauchfett nennt sich in der Fachsprache viszerales Fett.

Das Viszeralfett ist Fettgewebe, das in der freien Bauchhöhle eingelagert ist und die inneren Organe umhüllt.

Es ist äußerlich nicht immer direkt sichtbar, aber ab einer gewissen Menge (besonders bei starkem Übergewicht oder Adipositas) nimmt das Bauchvolumen erkennbar zu und der Taillenumfang erhöht sich merklich. Hier verwandelt sich nun die Birnenformen in Richtung "Apfelform".

Forschungsergebnisse zeigen, dass besonders die Fettzellen am Bauch, prall gefüllt mit nicht untätigen Fettsäuren, unsere Gesundheit schädigen.

Je mehr Fettzellen sich im Bauchraum ansammeln, desto ungünstiger ist es dementsprechend für die Gesundheit.

Zuerst einmal zeigt das Bauchfett, dass die Verfettung im Körper bereits fortgeschritten ist und der Organismus darunter leidet - auch wenn bisher noch keine gesundheitlichen Probleme aufgetreten sein sollten.

Gesundheitliche Probleme/Erkrankungen entwickeln sich meistens erst Jahre später und leider auch gerne mit zunehmendem Alter.

Das Fett im Bauchraum ist aktiv, es schüttet Botenstoffe aus, die mitunter Entzündungsprozesse im Körper fördern. Auch Hormone werden in die umliegenden Organe und Gewebe ausgeschüttet. So können Organe wie die Leber oder die Bauchspeicheldrüse in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden.

Über die Jahre gesehen schädigt dies unsere Stoffwechselprozesse, unsere Zellen und letztendlich die Gesundheit.


Als Maß für das Viszeralfett dient der Taillenumfang, dieser hat hier mehr Aussagekraft als der BMI ( Body- Mass- Index;er gibt das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße an). Der BMI sagt nichts über die tatsächliche Fettverteilung aus. Der BMI kann also im Normalbereich sein, dennoch hat die Person erhebliche Fettpolster am Bauch.

Bei Frauen besteht ab einem Taillenumfang von 80 Zentimetern ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie für Typ-2-Diabetes.

Bei Männern gelten mehr als 94 Zentimeter als zuviel und das Erkrankungsrisiko steigt mit jedem weiterem Zentimeter.

Wenn du deinen Taillenumfang einmal richtig messen möchtest:

Die beste Zeit ist am Morgen, vor dem Frühstück, um das Maßband anzulegen. Gut wäre es einmal auszuatmen und dann den (unbekleideten) Bauchumfang (dort wo der Bauch den dicksten Umfang hat= ungefähr Bauchnabelhöhe) zu messen.

Vor allem Männer neigen zu Bauchfett und tragen damit das Risiko in sich, durch zu viel viszerales Fett krank zu werden .

Leider trifft das Problem auch immer mehr Frauen, dann besonders während der Wechseljahre. Durch die Bildung von weniger Östrogen (und insgesamt der hormonellen Veränderung) in dieser Lebensphase kommt es heutzutage schneller dazu, dass sich der Wechsel von Birnenform zu Apfelform vollzieht.

Aber nur durch hormonelle Faktoren kommt das Bauchfett nicht zustande.

Durch die heutige Überversorgung mit Nahrungsmitteln und einer in westlichen Ländern üblichen hochkalorischen Kost, dem zunehmenden Bewegungsmangel, sowie erhöhten Stress lagert der Körper jedoch mehr Viszeralfett ein, als es gesund ist.

Auch genetische Disposition, frühkindliche Ernährungserziehung und das Alter spielen hier neben anderen Faktoren eine Rolle.

Aber was kann denn überhaupt passieren ?

Folgende Erkrankungen können sich entwickeln: Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes. Treffen diese gesundheitlichen Risikofaktoren aufeinander, dann sprechen Mediziner vom metabolischen Syndrom, umgangssprachlich ist der Begriff "tödliches Quartett" geläufig.

Daneben produziert Bauchfett auch Entzündungsstoffe, die Gefäßerkrankungen verursachen. Die schlimmsten Folgen wären Herzinfarkt oder Schlaganfall.


Nehmen wir als Beispiel Diabetes Typ 2: "Laut aktuellem Diabetes-Atlas der International Diabetes Federation (IDF) aus dem Jahr 2017 liegt Deutschland mit einer Anzahl von 7,5 Mio. Menschen mit Diabetes mellitus an zweiter Stelle in Europa und im internationalen Vergleich an neunter Stelle . Die meisten Betroffenen (über 95 Prozent) sind an einem Typ-2-Diabetes erkrankt"


Diabetes Typ 2 ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, die auf einer Insulinresistenz beruht. Dies lässt sich vereinfacht so erklären:

Eine der Aufgaben von Insulin (Hormon) ist es den Zucker (Glukose) aus unserem Blut in die Zellen zu bringen, denn dort muss er hin, da in den Zellorganen unsere Energiegewinnung stattfindet.

Insulin übernimmt hier quasi die Funktion eines Schlüssels, der im Normalfall in das (Zell-) Türschloss passt und dadurch die Glukose in die Zellen einschleusen kann.

Essen wir zu viele Kohlenhydrate (und dann auch noch ein Übermaß an falschen), muss die Bauchspeicheldrüse ständig hohe Insulinmengen produzieren und als Folge kann die Empfindlichkeit der Zellen für das Insulin nachlassen- sie werden resistent.

In diesem Stadium ist es so, dass zwar noch genügend Insulin produziert wird, die Zellen aber schon nicht mehr genügend Glukose aufnehmen, der Blutzucker sinkt nicht mehr richtig (obwohl noch genügend Insulin vorhanden ist) und irgendwann im Laufe der Zeit ist die Bauchspeicheldrüse durch die Dauerproduktion erschöpft, es wird nicht mehr genügend Insulin hergestellt und im schlimmsten Fall gar nicht mehr.

Der Schlüssel um die Glukose zur Energiegewinnung in die Zellen funktioniert nicht mehr.

Die sogenannte Insulinresistenz führt so über längere Zeit zu Diabetes Typ 2.


Zurück zum Bauchfett :

Aber nicht nur die Mengen an Kohlenhydrate sind hier als Ursache zu nennen.

Bleiben wir beim Beispiel Diabetes Typ 2:

Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung des körpereigenen Insulins des weiteren durch ausgeschüttete Botenstoffe der Bauchfettzellen herabgesetzt werden kann, denn diese greifen aktiv in unterschiedlichste Stoffwechselprozesse ein. So werden für die Entstehung der Zuckerkrankheit immer häufiger Entzündungsprozesse diskutiert.

Zudem solltest du wissen, dass Insulin ein anaboles (aufbauendes) Hormon ist, deshalb wird es auch als Fettspeicherhormon oder umgangssprachlich "Masthormon" bezeichnet, denn es erhöht die Fettsynthese und hemmt den Abbau von Fettgewebe. So kann es immer schwieriger werden, dass Gewicht zu regulieren, wenn keine Lebensstilveränderungen erfolgen.

Außerdem besteht ein Zusammenhang zwischen dem Fettgehalt (besonders gesättigte Fette spielen hier eine Rolle) in der Ernährung und dem Auftreten von Diabetes, denn Diabetiker haben ebenfalls ein höheres Risiko Gefäßerkrankungen zu erleiden.


Was kann nun helfen ?


Eine gesunde Ernährung gehört zu den Maßnahmen, die dir die Möglichkeit den Blutzuckerspiegel so stabil wie möglich zu halten, denn dadurch kann man eine Insulin-Überflutung und ansteigendes Körpergewicht vermeiden. Lass dich von meinen Ernährungstipps gerne motivieren, denn Ernährung spielt eine zentrale Rolle beim Gewichtsmanagement und somit bei der Prävention von ernährungsbeeinflußbaren Erkrankungen und auch der Linderung bereits bestehender Erkrankungen.



Hier gebe ich dir nun einige Ernährungstipps:


- Natürliche, unverarbeitete Lebensmittel, vor allem aber Gemüse, die aus einer bunten Mischung an Vitaminen und Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Omega-3- Fettsäuren bestehen, können hervorragend helfen.

Gemüse liefert eine Fülle wichtiger Nährstoffe bei nur wenigen Kalorien.

Natürliche Lebensmittel nehmen dir den Heißhunger auf Süßes und halten satt. Gesunde Fette brauchst du u.a. für den Aufbau geschmeidiger und gesunder Körperzellen.


- Mit den sogenannten schnellen Kohlenhydraten (Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Fast Food, ...) sollte sparsam umgegangen werden.

Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornbrot, Vollkorn-Nudeln und Reis sollten bevorzugt gewählt werden.


- Anstelle von Kohlenhydraten können eiweißreiche Lebensmittel in den Speisenplan integriert werden.

Auch hier bietet die pflanzliche Küche eine große Auswahl.

Zum Beispiel: Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Nüsse und Saaten, dazu noch Vollkornprodukte und auch Gemüse enthält wertvolles Protein.


Hülsenfrüchte sind nicht nur sehr nährstoffreich und eiweißhaltig.

Hier kann man sich sogar den sogenannten "Second Meal Effekt" zunutze machen (1).

Dieser erklärt sich wie folgt:

Der Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Konsum einer Mahlzeit, die reich an Hülsenfrüchten ist, wird gedämpft. Das Schöne daran: Die Wirkung hat man dann z.B. auch noch im Tagesverlauf nach einem weiteren Essen.

Also ein regelmäßiger Verzehr hilft dir und hiervon profitieren insbesondere Diabetiker.


- Tierische Fettquellen, die reich an gesättigten Fettsäuren sind, wie Fleisch, Wurst, Eier und fettreiche Milchprodukte sollten dagegen (wenn überhaupt) äußerst sparsam verwendet werden und durch den vermehrten Verzehr von pflanzlichem Fett und pflanzlichen Lebensmitteln ersetzt werden .

- Kalorien (und das nicht wenige) spart man auch bei Getränken.

Wasser oder Kräuter-/Früchtetees sind kalorienfreie Alternativen, die du über den Tag verteilt trinken solltest.

Zuckerhaltige Getränke oder Alkoholisches sollten gemieden werden.

- Bereite dir dein Essen am besten selber zu.

Der Fokus der Fertigproduktanbieter liegt meistens nicht auf deiner Gesundheit.


- Das Führen eines Ernährungstagebuchs kann dir dabei helfen, sich darüber klar zu werden, was man zu welchen Tageszeiten/Situationen isst und wo "unentdeckte Fettmacher" lauern.


Auch ganz wichtig:

Bleib in Bewegung, denn bereits ein strammer Spaziergang bewirkt einiges. Er hilft deinem Körper den Blutglukosespiegel ins Gleichgewicht zu bringen; reduziere Stress (auch der wirkt sich negativ auf deine Hormone und dein allgemeines Wohlbefinden aus).

Berate dich mit deinem Arzt, denn dieser Artikel dient zu Informationszwecken und kann keinen Arztbesuch ersetzen.

Eine langfristige Ernährungsumstellung klappt nicht immer von heute auf morgen, deshalb lass dich nicht entmutigen!

Wenn du es nicht alleine schaffst, dann hole dir Unterstützung. Sehr gerne begleite ich dabei.


Bleibt gesund ❤️





Quellen:

(1 ) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21957874; Leitzmann, C. u.a.: Ernährung in Prävention und Praxis. 1. Auflage. Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart 2001; Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Deutscher Gesundheitsbericht – Diabetes 2016; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23494755; https://www.ugb.de/exklusiv/fragen-service/was-versteht-man-unter-insulinresistenz-welche-bedeutung-hat-sie/?insulinresistenz-adipositas; https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2016/05_16/EU05_2016_M264-M269.pdf


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